Berichte
8./9. Mai 2010 Schnidehorn & Wildhorn
Nach einer niederschlagsreichen Woche und wenig abenteuerlichem Alltag, freuten wir uns an diesem Wochenende wieder in die Berge auszubrechen. Mit dem Alpentaxi gelangten wir zur Iffigenalp, wo wir uns zunächst durch faulen Schnee und grüne Wiesen arbeiteten, ehe wir am Iffigsee endlich zügig durch den Schnee spuren konnten. Zunächst waren wir doch einigermassen eingeschüchtert ab den spontanen Nassschneelawinen, die das Mittaghorn zu unserer Linken ständig ungebeten fahren liess. Aus sicherer Entfernung hielten wir immer wieder an, um diesem Naturspektakel zu folgen. Doch wir wussten, dass wir auf unserer Route nie in einen Gefahrenbereich gelangen würden und gingen guter Dinge weiter. Auch am Wetter war allmählich nichts mehr auszusetzen. Bei der Wildhornhütte entluden wir rasch unsere schweren Rucksäcke und suchten uns noch ein Gipfeli aus, das wir in der nun herrlichen Stimmung erklimmen wollten. Das Gebiet von der Iffigenalp bis zum Wildhorn hatten wir ganz für uns allein, im besten Skitourenwetter und feinen Sülzli. Nicht einmal alte Spuren gabs! So erreichten wir am späten Nachmittag den Gipfel des Schnidehorn und schauten 600 m fadengerade runter auf die Wildhornhütte, wo uns bald ein herrliches Znacht und ein gemütlicher Winterraum-Abend bevorstand. Einem exakt platzierten mikroklimatischen Phänomen hatten wir es zu verdanken, dass es rund um uns herum grau, direkt über uns aber blau war. Durch ein Couluärli und wundersame Hänge flitzten wir in big turns auf den Chilchli-Gletscher und schliesslich zur Hütte.
Während wir eifrig Schnee schmolzen, und eine duftende Bolognese-Sauce mit extra mitgebrachten Lorbeerblättli kochten, setzte draussen plötzlich Schneefall ein, der uns für den nächsten Tag ein Pülverli auf die weiten Gletscher des Wildhorn legte.
Bei bestem Wetter spurten wir am folgenden Tag früh morgens gen Wildhorn durch ebendieses Pülverli. Bald erreichten wir den Gipfel und pinselten anschliessend riesige Kurven (deren effektive Krümmungen erst aus dem All ersichtlich sind) in den Glacier de Ténéhet. Zurück bei der Hütte stattete uns noch der Wildhorner Hüttenfuchs einen Besuch ab - zahm wie ein Kätzli ass er mit uns zu Mittag.
Bald waren wir wieder auf der üppig grünen Iffigalp, und machten den Abstieg vorbei am imposanten Iffigfall nach Lenk zu Fuss. Bei Glacé und kalten Getränken warteten wir auf den Zug nach Hause...