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Skitourenlager Spitzmeilen 13.-19. März 2011
Der Winter liegt zwar schon weit zurück und doch haue ich meine zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich fortgeschritten horngehäutet und felsgeplagten Finger rasch in die Tastatur um dieses feine Ereignis festzuhalten.
Schon früh rührten die Skitourenapostel Osswald/Wolff die Werbetrommel für das Skitourenlager, und zwar mit gehörigem Erfolg: 10 Jünger folgten am 13. März auf den Maschgenkamm. Vorausgegangen war eine äusserst kurze Planungsphase: "Spitzmeilen? Kenn ich nicht, aber tönt noch wild", Hütte gebucht und fertig. Als zwei Wochen später "Die Alpen" das Spitzmeilengebiet als Schneeschuheldorado bezeichenten war gekonntes Wegsehen gefragt, denn was die möblierten Spaziergänger mögen, lässt sich nicht immer mit ausgesprochenem Skitourengenuss vereinen.
Es ist dann tatsächlich ein wenig flach, nur ein Steinmännli erhebt sich und weist artig den Weg zur Hütte. Aha, das ist der Spitzmeilen himself. Spitzmeilen steht für spitz auf Meilen, denn um 100 m Höhe zu gewinnen legt man erst mal 2 Km horizontal zurück. Naja, im wüsten Föhnsturm ist so manchen Bergen nichts positives abzuringen. Mit dieser Erkenntnis schliessen wir in der gemütlichen Hütte den Tag ab, wohl wissend, dass der nächste ganz anders aussehen wird.

So ist es: Der Sturm hat sich gelegt und wunderschönes Wetter begrüsst uns. Wir nutzen gleich den ersten Tag um einen Kracher zu platzieren: über den Wissmilen fahren wir auf bestem Firn-Sulz ins malerische Mühlibachtal ab. Ein abwechslungsreicher Aufstieg bringt uns an den Fuss des Gipsgrates, wo wir ein seit Jahrzehnten etabliertes alpinistisches Prinzip anwenden: Warum den einfachsten Weg nehmen, wenn es auch schwierigere gibt? Also montieren wir ein Fixseil durch einen herausfordernden Mix aus Schwimmschnee und Fels, an dem anschliessend sämtliche JO-Jünger und Jüngerinnen den "JO-Basel-Step" bezwingen. In der untergehenden Sonne geht es über den Grat wieder auf den Wissmilen und zurück in die Hütte.
Wir stellen gleich am ersten Tag fest, dass wir eine starke Gruppe sind und dementsprechend suchen wir die Karte nach extravaganten Touren ab. Als nächstes steht die Besteigung inklusive Umrundung des Magerrains an: nach Erklimmen der durchaus steilen Westflanke halten wir uns bei der Abfahrt an den Nordgrat, bis dieser eine Lücke in die sehr steile Ostflanke offenbart. Wiederum ein Fixseil erleichtert die nervenaufreibende Einfahrt und öffnet den Weg zu fantastischen Abfahrtsmetern. Alle meistern diese Herausforderung brilliant obwohl einige zum ersten Mal auf richtigen Skitouren sind!
Den Spitzmeilen erreichen wir mit 1.4 Kg-Schoggihase Bernd, der auf dem Gipfelkreuz montiert und anschliessend verzerrt wird. Und dann schneit es tatsächlich noch über Nacht! Die eigentlich geplante Tour Richtung Schnüerligrat müssen wir verwerfen, weil wir es bei dem deutlichen Erheblich nicht "um die Ecke" wagen können. Also gehen wir wieder Richtung Spitzmeilen und nutzen die günstige Topografie des sanften Grats für einen Rutschblock. Mit der aus diesem Experiment gewonnen Erkenntnis gehen wir die Abfahrt an und dürfen uns gleich bestätigt fühlen, als wir ein beachtliches Brett auslösen. Mit dem restlichen Tag befahren wir die Couloirs bei der Hütte noch vorwärts und rückwärts und weil die Abendstimmung so wunderschön ist, speeden wir nochmals auf den Spitzmeilengrat.
So geht dann auch diese super Woche zu Ende, (zwar wiederum im wüsten Schnee-Regen-Sturm) aber dennoch mit vielen zufriedenen Gesichtern. Das Spitzmeilengebiet hat sich letztendlich als äusserst brauchbar herausgestellt, genau wie die vermeintliche Anfängertruppe. Bravo und bis zum nächsten Mal!
Dominik

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