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Bericht JO-Tour Tessin 16./17. Oktober
Sechs JOler und JOlerinnen, schon fast ein Rekord!
Das Kletterwochenende im Tessin verfolgte zwei Ziele, erstens über den goldenen Wäldern zu klettern und zweitens den heimischen Felsen nach dem Frankreichlager zu zeigen, was möglich ist. Erstes Ziel haben wir bereits beim Aussteigen aus dem Zug in Locarno begraben: die Wälder waren schlicht unsichtbar, alles im Nebel und pünktlich mit unserer Ankunft kam auch der Regen im Südtessin an! Glücklicherweise haben wir den Bus nach Arcegno verpasst, so konnten wir wenigstens noch ein trockenbleibendes Gebiet suchen. Wir fuhren sodann nach Ponte Brolla in den Settore Est, Zustieg im Regen, Seil auspacken im Regen, Klettern im Regenschatten. Die JO Basel wurde ihrem Ruf mehr als gerecht und liess sich durch die widrigen Umstände nicht beirren und stromte Route um Route weg, womit das zweite Ziel erreicht war!

Die Wetterprognosen verschlechterten sich währenddessen beständig, alle glaubten jedoch an das Gute und wollten bleiben. Nach spontanen zwanzig Planänderungen gewährte uns Ivo Asyl in seinem wahnsinnig romantischen Rusticodorf, welches tief in einem feuchten Wald, gut bewacht von zahlreichen Feuersalamandern im Centovalli liegt. Der Regen liess sogar nach und liess uns im Freien kochen und Klatschspiele machen. Die Nacht war eng dafür trocken und zeitweise auch etwas furchterregend, Lucas Horrorgeschichten sei Dank!
Am Sonntag lag frischer Schnee in den Höhen. Trotz tiefer Wolken riskierten wir alles, um ein neues Klettergebiet kennen zu lernen.Manchmal wird Mut belohnt: der ganze Tag blieb trocken, die Felsen waren es schon als wir ankamen. Genialer Fels und vielseitige anspruchsvolle Kletterei verleitete alle zu Höchstleistungen: wacklige Züge an Mikrokäntchen auf glatten Platten, überhängende Risse, Aufsteher weit über dem letzten Haken, blutende Finger... Dass die JO nicht nur stumpf Routen hochklettern kann wurde mit der Aufrechterhaltung einer alten Tessiner Tradition bewiesen: mehrer Kilo Marroni sind mit uns im Zug gegen Norden gefahren.



So sind schliesslich alle spät, wohlbehalten und hoffentlich auch etwas Müde wieder in Basel angekommen. Nach diesem Wochenende ist klar: der Winter kann sich auf etwas gefasst machen!