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Herbstkletterlager in Chateauvert 2011
Einmal mehr waren wir in Chateauvert. Zu erwähnen, dass hart geriegelt wurde, ist überflüssig. Auch ansonsten haben wir das übliche Programm durchgezogen mit Bängoschokola zum Frühstück und Kronenbourg zum Znacht. Nicht etwa, dass es uns langweilig würde, jedes Jahr das gleiche. Im Gegenteil: Für jeden ernsthaften connaisseur ist diese Woche zum festen Bestandteil des Jahres geworden, und steht so gefestigt in der Agenda wie sonst nur Weihnachten, andere auserlesene Abenteuer oder je nachdem halt ein Concours...
An den Abenden wurde angeregt diskustiert. Ivo der Eco-Hengst erklärte, wieso die Dexia-Bank seit 2008 zum zweiten Mal mit Steuergeldern vor der Insolvenz gerettet werden muss, Michel der Verkehrsminister wusste in wieviele Péage-Kabinen eine vierspurige Autobahn unter Beibehaltung optimalen Verkehrsflusses aufgefächert werden sollte, Töby die Trainigslehre überzeugte nebst Fitness mit interessanten Trainingsmethoden, Wanner (die Kristallkugel wenns um Energiefragen geht) vermochte mit Offshore-Windparks die Diskussion anzukurbeln und Fabio der kühne Denker fragte, ob eine indirekte Demokratie der Schweiz nicht dienlicher wäre als eine direkte. Auch Waggis das Spitzeiesenmonopol war sehr informativ wenns um Vierkanteisen, Rundeisen, Flacheisen, Armierungseisen und weitere Metallbaudauerbrenner ging. Nur Jonas langweilte uns, wenn er über seinen neuen Doppelachs-Pony-Transporter mit Federungskomfort und 100 kmh-Zulassung ins Schwärmen geriet. Naja...
Entsprechend hitzig waren die Diskussionen an den Abenden. Kombiniert mit den berüchtigt hallenden Wänden von Correns lockte das zweimal Gerd für eine Schimpftirade aus seinem Wohnmobil.
Auch sportlich waren wir vielseitig. Im Klettergebiet wurden viele Routen zum x-ten Mal von JO-Baslern begangen, Jonas machte eine gute Figur in der schwersten Route des Gebiets (Are you ready 8b+). Are you ready Jonas?
Auch dieses Jahr tat die JO-Basel-Präsenz den gedrigen französischen Hardmovers keinen Gefallen; Ein mancher wurde aus seinem Projekt „gelärmt“. Waggis provozierte gar ein wutentbranntes „ta geule!!!!!!!“ nachdem er mit einem absurden Pfeifkonzert offenbar die für den Misserfolg entscheidende Frequenz traf. Dabei übte er doch nur für den 28 ème CHAMPIONNAT OFFICIEL
D’IMITATION DU CHANT DES OISEAUX...
So war am Ruhetag in erster Linie Ruhe an den Felsen, nicht aber auf dem Fussballplatz des Campings. Denn dort spielten wir Ultimate-Frisbee. Und zwar ernsthaft. Wanner kam gerade rechtzeitig an fürs Technik-Taktik-Sicherheit-Briefing und unterstützte dann sogleich das Team Maiglöckli. Und obwohl fortan mit Wanners Energieeffizienz agiert wurde, unterlag Team Maiglöckli gnadenlos Team Herbstblume unter strategisch geschickter Leitung von Ivo. Der hat nämlich eine dunkle Rugby-Vergangenheit, die zum Vorschein trat. Letztendlich kann man sagen, dass Team Hebstblume mit einer recht simplen aber zackigen Methode Boden gut machte. Mit einem long-distance-flight wurde die Scheibe von der eigenen Grundlinie aus der high-risk-range befördert und meistens präzise gefangen und sogleich ins Kurzpasssystem (KPS) geswitcht. Mit einem high-frequent-play und viel Laufarbeit aber kurzen Pässen wuselten sie meistens über die Flügel auf die gegnerische Grundlinie zu und holten ihre Punkte. Obwohl Team Maiglöckli diese Strategie noch im ersten Briefing erkannte, gelang es nicht, das System zu unterbinden oder in gleicher weise zu punkten.
Gepunktet wurde aber weiterhin am Fels und wenn nicht rot, onsight oder flash dann in unzähligen Versuchen ohne Rücksicht auf Verluste.
So lasset die Finger regenerieren,
über Tastaturen statt Felsen schmieren,
Oh du Felsenjäger hinter Büro-Fassade,
Es gibt auch Spitzeisen, nicht nur Jade,
Doch Schau am Horizont! Ich seh ein Licht,
Sei bereit und zeig dein wahres Gesicht!
Denn Blätter fallen, aber Felsen nicht.
...nächstes Jahr ist wieder gebucht.
weitere Bilder folgen noch...